Dipl.-Ing. FH Sabine Jansen Gebäudeenergieberatung
Gebäudeenergieberatung


Die EnEV

Energieeinsparverordnung

Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden

Energieausweis - Energiepass 

EnEV 2014 - das Wichtigste kurz gefasst:

Neubauten benötigen einen Energieausweis sofort nach Fertigstellung des Gebäudes.

Ist ein Wärmebedarfsausweis für ein Gebäude vorhanden, gilt dieser noch für 10 Jahre nach dessen Ausstellungsdatum.

Wird ein Gebäude verkauft, verpachtet oder vermietet ist der Energieausweis zu übermitteln oder spätestens bei der Besichtigung dem Kauf- oder Mietinteressent vorzulegen.

Es gibt zwei grundsätzliche Ausstell-Möglichkeiten für den Energiepass nach EnEV
Für die meissten Gebäude im Bestand besteht Wahlfreiheit welche Form des Energiepasses gewählt wird.


Energieausweis auf Grundlage des berechneten Energiebedarfs

Der Energiebedarf wird unter standardisierten Randbedingungen nach Normen berechnet. on den errechneten Werten können nicht unmittelbar Rückschlüsse auf den tatsächlichen Verbrauch abgeleitet werden. Der berechnete Energieausweis stellt die solideste Vergleichsmöglichkeit von Gebäuden untereinander dar.
Für Neubauten ist die Berechnung aufgrund des Energiebedarfs verpflichtend.
Die meisten kleineren Wohngebäude (kleiner 5 Wohneinheiten) die vor der Wärmeschutzverordnung 1977 ihre Baugenehmigung erhielten müssen für Kauf- und Mietinteressenten ebenfalls einen bedarfsorientierten Energiepass nachweisen.


Energieausweis auf Grundlage des erfassten Energieverbrauchs

Der Energiepass wird aufgrund der Auswertung der Energieverbräuche mit berechneter Witterungsbereinigung bei bestehenden Gebäuden erstellt. Hier wir ein Klimafaktor berücksichtigt damit Gebäude in kälteren Regionen vergleichbar mit Gebäuden in wärmeren Regionen eingeschätzt sind.


Primärenergiebedarf

Energiemenge, die zur Deckung des Gebäudeenergiebedarfs benötigt wird, unter Berücksichtigung der zusätzlichen Energiemenge, die durch vorgelagerte Prozessketten gebraucht wird. Auch außerhalb des Gebäudes bei der Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der jeweils eingesetzten Brennstoffe. Der Primärenergiebedarf bezieht somit den gesamten Energieaufwand für die Gebäudeenergie ein. Es geht zum Beispiel bei Erdgas oder Heizöl der vergleichsweise geringe Transportaufwand in die Bilanz ein. Im Gegensatz hierzu gehen bei Strom im Mittel ca. 2 Drittel der eingesetzten Primärenergie bei der Erzeugung und dem Transport verloren. Erneuerbare Energien wie z.B. Holzpellets haben einen Sonderbonus da sie als klimaneutral angesehen werden.

Faktoren für die Ermittlung des Primärenergiebedarfs:
  • Gebäudeform und -Gliederung
    Das Verhältnis der Aussenfläche zum Volumen
  • Lüftungswärmeverluste
    Die Luftdichtheit des Gebäudes, insbesondere die Fugendichtheit. Bei Nachweis der Luftdichtheit der Gebäudehülle (Blower-Door Verfahren) verringert sich der rechnerische Anteil für die Lüftungswärmeverluste im Berechnungsverfahren der EnEV.
  • Wärmedurchgang durch die Gebäudehülle - Transmissionswärmeverluste.
    Es gelten Mindestanforderungen an den baulichen Wärmeschutz der einzelnen Bauteile, d.h. an die Wärmeisolierung und die Detailausführungen.
    Verstärkter Wärmedurchgang durch Wärmebrücken muss berücksichtigt werden
  • Wärmespeicherfähigkeit der verwendeten Baustoffe
  • Massnahmen wie Transparente Wärmedämmung, Glasvorbauten oder Trombewände
  • Wärmegewinne durch passive Solarenergienutzung - durch die Orientierung der Fenster und die Fensterausführung
  • Sommerlicher Wärmeschutz
  • Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung.
    Der Energiebedarf für die Heizung, Lüftung und für die Trinkwassererwärmung (Brauchwasser).
    Die Lüftungsanlage.
    Die Art der Anlagentechnik und die Effizienz der Anlage.
    Die Qualität des Heizkessels, sein Standort und die Leitungslängen.
    Die Effizienz des Energieträgers.
    Die Anlagenaufwandszahl.
    Energieerzeuger aus Kraft-Wärmekopplung oder erneuerbaren Energien erreichen sehr günstige Anlagenaufwandszahlen.
  • Verluste bei der Verteilung, Speicherung und Wärmeerzeugung
Die Ergebnisse der Berechnungen werden in einem Energieausweis zusammenfassend dargestellt.




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